Aal, Schleie und viele Brassen – Angeln im August 2019

Vorwort

Meine Nachtschichtwoche stand an. Daher wollte ich unbedingt die Nacht von Sonntag auf Montag nutzen um ein wenig in den Rhythmus zu kommen. Natürlich verbrachte ich die Zeit am Wasser und nicht auf dem Sofa.

Mit meinem Kollegen Stephan verabredete ich mich zu einem Allround-Ansitz. In erster Linie hatten wir es auf Karpfen abgesehen, da wir beide in diesem Jahr noch keinen Karpfen fangen konnten. Stephan konnte zwar auf Wurm einen Fisch von 30 cm fangen, aber den galt es zu deutlich zu toppen.

Wir beide sind Teilnehmer des Angelwettbewerbes „Angelmasters“. Hier gilt es vorgegebene Fischarten in einer möglichst hohen Länge zu fangen. Für den größten Fisch einer Art werden die Zentimeter als Punkte gezählt. Wenn man dann alle Arten addiert kommt man zu seiner Gesamtlänge. Meine liegt derzeit bei 600 Zentimetern, Die von Stephan liegt bei 501 Zentimetern. Da ich wie gesagt noch keinen Karpfen in diesem Jahr fangen konnte, wären also noch wichtige Zentimeter für mich offen. Ebenso für Stephan.

Das Angelmasters Logo der neues Saison

Der Ansitz

17:30 Uhr: Ankunft und Aufbau

Gegen 17:30 Uhr kam ich am Spot an. Stephan war bereits vor Ort und hatte bereits die erste Boilie-Rute ausgebracht. Ich machte mich auch sofort daran meine beiden Karpfenruten aus zubringen.

Wir befischten einen Kanal von ca. 30 m Breite. Der Kanal war mit einem Meter Tiefe in der Mitte relativ flach. Zudem war der Boden in vielen Bereichen sehr schlammig. Was den Abschnitt aber sehr interessant macht, sind die Muscheln, welche sich in großer Zahl am Gewässergrund befinden.

Dieser Abschnitt war breit und flach und hoffentlich voll mit Fisch

19:00 Uhr: Zähes Feedern

Nachdem wir die Boilieruten ausbrachten legten wir beide noch je eine Feederrute aus. Wir erhofften uns hier primär ein paar Köderfische, aber über eine schöne Brasse würden wir auch nicht meckern.

Leider waren die Bisse trotz eines ordentlich angelegten Futterplatzes Mangelware. Wenn wir Bisse bekamen, dann nur sehr Feine. Die Maden waren bei den Kontrollen stets ausgelutscht. Ich ersetzte nach einer Weile den Köder und wählte einen kleinen Wurm anstelle von Maden.

Das zahlte sich auch aus in Form von zwei Güstern, einem mittelgroßen Rotauge und einem kleinen Brassen. Bei Stephan waren weiterhin nur die kleinen Fische am Platz. Jedoch konnte auch er nach etlichen Fehlbissen eine Güster ans Band bekommen.

20:30 Uhr: Premierenfang auf Boilie

Bei einer Kontrolle der Feederrute hörten wir plötzlich einen meiner beiden Pieper – ein Fisch hatte sich am Boilie zu schaffen gemacht. Ich sprintete zur Rute und checkte erst einmal die Lage. Der Fisch zupfte noch hin und wieder am Köder, doch energisch war das nicht. Ich schlug trotzdem an und siehe da: ein Fisch hing am Haken. Leider war es nicht der erhoffte Karpfen, aber über diesen Brassen habe ich mich trotzdem gefreut. Köder war ein Boilie in Geschmack Robin-Red / Knoblauch.

21:30 Uhr: Der erste Fisch der Dämmerung

Mittlerweile setzt die Dämmerung ein. Auf meinem Futterplatz fanden sich nun auch die größeren Fische ein. Nach einem schönen Biss war ein besserer Fisch im Drill. Schnell stellte sich heraus, dass ein weiterer Brassen den Wurm gefressen hatte. Dieser Fisch maß ca 45 cm und war recht knapp gehakt.

Der erste größere Fisch an meinem Futterplatz

21:50 Uhr: Eine dicke Schleie

In den nächsten 20 Minuten wurde es zunehmender dunkler. Wir hatten zuvor noch jeder eine Posenrute mit Wurm als Köder ausgebracht und mit Knicklichtern ausgestattet. Und schon hatte Stephan auch den ersten Biss und seine Pose zog ab. Nach einem beherzten Anhieb war ein kampfstarker Fisch im Drill. Stephan hoffte auf einen schönen Aal, doch was ich dann keschern konnte war auch nicht von schlechten Eltern. Eine schöne Schleie lag im Kescher. Mit 45 cm hatte die Tinca eine schöne Größe und Stephan war richtig glücklich. Köder war ein halber Tauwurm, welchen er drei Meter vom Ufer angeboten hatte.

Der erste tolle Fang der Nacht: Eine Schleie

22:40 Uhr: Erster Aal und eine weitere Brasse

Nur eine halbe Stunde nach der Tinca regte sich die Pose von Stephan wieder. Diesmal war es der erhoffte Aal. Leider war die Größe nur nicht optimal. Mit knapp 40 cm durfte der Fisch wieder in sein Element.

Kurz darauf knallte ein besserer Fisch in Stephans Feederrute. Es war wieder ein Brassen. Auch dieses Exemplar war deutlich über 40 cm.

Auch Stephan kann Brassen fangen

00:00 Uhr: Aal und Brassen-Doppelschlag

Gegen 23:30 Uhr setzt sich auch meine Pose hoppelnd in Bewegung. Ein typischer Aalbiss! Ich setzte nach einiger Zeit den Anschlag uns spürte direkt guten Widerstand. Es war tatsächlich ein Aal, der dem Tauwurm nicht widerstehen konnte. Leider verfehlte auch dieser Fisch das Mindestmaß und durfte wieder schwimmen.

Mein erster Aal der Session…leider zu klein zum Mitnehmen

Auf Stephan Futterplatz hatte sich ein Schwarm Brassen eingefunden. Um Punkt Mitternacht kam dann der nächste Brassenbiss. Diesmal verkaufte sich der Fisch wesentlich besser im Drill. Und in der Tat ging der Fang fast bis an die 50 cm. Direkt nach dem Stephan den Köder wieder ausbrachte schnappte sich der nächste Brassen das gute Stück. Diesmal wieder ein schönes Exemplar was nur minimal kleiner als sein Vorgänger war. Das war mal ein Doppelschlag!

Dieser tolle Brassen ging an die 50 cm Marke

00:30 Uhr: Ein schöner Aal!

An meinen Ruten tat sich weiter nichts. Nach Einbruch der Dunkelheit waren es fast nur Stephans Ruten, die Fisch brachten. Als er um halb 1 seine Ruten kontrollierte merkte er an seiner Posenrute plötzlich einen guten Widerstand. Mit einem lauten Pfiff machte er mir klar, dass ich mit dem Kescher anrücken sollte. Am Ort des Geschehens angekommen sah ich bereits den schönen Aal im Drill und konnte ihn schnell keschern. Die Pose hatte sich die letzte halbe Stunde nicht vom Fleck bewegt. Der Aal musste den Köder auch gerade erst aufgenommen haben, denn der Haken saß ganz knapp in der Unterlippe. Die schöne Schlange maß 65 cm und war ein Upgrade für seine Angelmasters-Wertung. Sein vorheriger Wert lag bei 56 cm. Nun hatte er also 9 cm mehr auf seinem Konto. Den Aal hat Stephan natürlich mitgenommen und freut sich nun auf einen leckeren Fisch.

Dieser 65er Aal ist Stephans Größter in diesem Jahr

02:00 Uhr: Verhauene Bisse

Wir hatten nach dem schönen Aal noch ein paar Bisse, doch es wollte kein Fisch mehr hängen bleiben.

Einen sehr guten Biss habe ich durch Blödheit verkackt. Die Pose vor meinen Füßen zog zügig Richtung Gewässermitte und tauchte sofort ab. Ich öffnete den Bügel, merkte aber, dass sich die Schnur irgendwo verheddert hatte. Im Rotlicht konnte ich erkennen, dass die Schnur nicht im Schilf hing. Trotzdem konnte der Fisch nur schlecht Schnur nehmen. Endlich entdeckte ich das Maleur. Ein kleiner Halm Stroh hatte sich in der Schnur verfangen und klemmte nun in einem der obersten Rutenringe fest. Beim Lösen des Problems merkte der vermeintliche Aal das etwas faul war und ließ den Köder los. Natürlich ging der Anschlag dann ins Leere. Ich habe mich schwarz geärgert, da das vom Beißverhalten her ein wirklich guter Aal zu sein schien.

Kurz darauf bauten wir ab. Ich war ziemlich müde, da ich zwei Wochen in Folge um 4:00 Uhr morgens aufstehen musste.

Fazit

Nach einem zähen Beginn entwickelte sich der Ansitz noch sehr gut. Im Hellen konnte ich meinen ersten Fisch auf einer selbstgemachten Boilie-Monatge am eigenen Gerät fangen. In der Dunkelheit war es vor Allem Stephan der ein paar tolle Fische wie Aal und Schleie überlisten konnte.

Wir hatten sehr viel Spaß und auch die Bissfrequenz war gut. Wir werden bald bestimmt wieder losziehen und versuchen einige Jahresbestmarken zu knacken.

Hier nochmal einige Bilder der Session zum vergrößern:

2 Gedanken zu “Aal, Schleie und viele Brassen – Angeln im August 2019

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