Angeln auf Fuerteventura (2/2) / skurrile Fische – Angeln im Juni 2019

Vorwort

Die ersten beiden Angelsessions auf Fuerteventura hatte ich hinter mich gebracht. Checkt dafür unbedingt den ersten Teil der Berichtes aus. Hier geht es um die Vorbereitung, Lizenzen und die ersten Fänge. Hier der Link: https://angelninostfriesland.com/2019/06/19/angeln-auf-fuerteventura-1-2-lizenzen-vorbereitung-erste-fange-angeln-im-juni-2019/

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Frühaufsteher und Langläufer

Am vorletzten Tag unseres Urlaubes habe ich mich nochmals für gute 1,5 Stunden ans Wasser gewagt. Der Wecker klingelte um 5:30 Uhr morgens. Ich packte schnell mein Zeugs ein und verließ das Hotel. Natürlich haben noch alle tief und fest geschlafen…wer ist denn auch so bekloppt und steht so früh auf?

Mein Ziel war der felsige Spot vom ersten Angelversuch. Ich wanderte also noch in völliger Dunkelheit die guten sechs Kilometer zur besagten Stelle. Zum Glück waren in regelmäßigen Abständen Laternen am Weg aufgestellt. Auf halber Strecke wurde es langsam hell und mit aufgehender Sonne kam ich um ca 6:45 Uhr bei den Felsen an. Um 7:45 Uhr war Niedrigwasser. Also hatte ich nun etwas Zeit den hinteren Bereich der Klippe zu beangeln und musste keine Angst haben, dass mich das Wasser wieder einkesseln sollte.

Die Sonne geht gerade über Morro Jable auf.

Eidechsenfisch zum Einstand

Schon nach wenigen Kurbelumdrehungen des ersten Wurfes merkte ich einen Ruck in der Rute. Der Fisch zeigte sich kampfstark. Dennoch konnte ich den länglichen Räuber über die Felsen heben. Was auf den ersten Blick wie ein Petermännchen wirkte entpuppte sich allerdings als atlantischer Eidechsenfisch. Dieser maß gut 25 cm.

Mein erster Eidechsenfisch

Eidechsenfische haben einen drachenförmigen Kopf und ein Maul voller spitzer Zähne. Auf den ersten Blick ähnelt der Fisch durch Farbe und Form dem giftigen Petermännchen, doch durch die markante Schädelform und den nicht durchgehenden Bauch- und Rückenflossen kann man diese Arten gut unterscheiden. Der Eidechsenfisch ist zudem nicht giftig. Er vergräbt sich zumeist im Sand, wo er auf vorbei schwimmende Beute wie kleine Fische oder Krebstiere wartet um diese mit einem Happs zu verschlingen.

Hier ein kleines Exemplar des Eidechsenfisches

Weitaugenbutte zeigen sich

Nach dem schönen ersten Fang folgte unmittelbar beim nächsten Wurf eine weitere Premiere. Irgend ein kleiner Räuber schnappte sich die Garnele. Ohne Probleme zog ich den Fang aus dem Wasser. Diesmal war es ein Plattfisch. Die abstehenden Augen verrieten ihn als recht kleinen Weitaugenbutt. In den nächsten 1,5 Stunden konnte ich noch an die zehn weitere Exemplare überlisten.

Eine der typischen Plattfische der Kanaren: der Weitaugenbutt

Der Weitaugenbutt ist ein häufig vorkommender Fisch, welcher im Mittelmeer und im östlichen Atlantik gefangen werden kann. Er kann bis zu 45 cm lang werden, jedoch bleibt er meist wesentlich kleiner. Der Butt ernährt sich von Weichtieren und ist ein Meister der Tarnung. Seine Farbe passt er stets dem Untergrund an. Seinen Namen verdankt er den sehr weit auseinander stehenden Augen.

Der Augenabstand ist namensgebend für den Plattfisch

Petermännchen in Massen

Wie auch beim ersten Angeltag war auch heute wieder das Petermännchen stark unter meinen Fängen vertreten. Ich konnte um die zehn Stück ans Band bekommen. Zum Glück waren fast alle Vertreter recht klein, so dass ich diese vom Haken schütteln konnte. Nur einmal musste ich das Vorfach zerschneiden, da der Haken tief geschluckt war.

Schön aber giftig: Das Petermännchen

Da ich im letzten Bericht nicht weiter auf das Petermännchen eingegangen bin gibt es nun hier ein kleines Portait:

Das Petermännchen kommt im östlichen Atlantik vor und ist dort weit verbreitet. Sogar in Nord- und Ostsee wurden bereits Exemplare gesichtet. Der Körperbau ähnelt der einer Grundel. Wie auch beim Weitaugenbutt oder Eidechsenfisch gräbt sich das Petermännchen im Sand ein um auf Beute zu lauern.

Das Petermnännchen kommt auch vereinzelt an deutschen Küsten vor

Laut Medienberichten gehört das Petermännchen zu den gefährlichsten europäischen Gifftieren, da diese besonders gerne in Strandnähe leben. Hier kommt es häufiger vor, dass ein Badegast auf so einen Fisch tritt und die giftigen Stacheln in den Fuß eindringen. Ein Stich verläuft in der Regel nicht tödlich, verursacht aber sehr starke Schmerzen und Schwellungen, welche einige Tage anhalten können. Es kommt allerdings vor, dass betroffene Menschen allergisch reagieren und dies unter Anderem zum Herzstillstand führen kann.

Diese schwarzen Stacheln hinter dem Kopf sind giftig!

Gift wird nicht nur über die fordere Rückenflosse abgegeben, sondern auch über einen Stachel am Kiemendeckel. Bei einem Stich ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.

Marmorbrassen auf Entfernung

Ich konnte in den ersten 60 Minuten an die 25 Fische überlisten. Da fast alle Fische recht klein waren, entschied ich die Hakengröße zu erhöhen. Ich wählte nun einen 1er Aalhaken und hoffte dadurch einen besseren Fang landen zu können. Ich erhielt weiter bei jedem Wurf Bisse, doch es sollte kaum ein Fisch hängen bleiben. Immerhin konnte ich neben drei Eidechsenfischen noch zwei Marmorbrassen 40 m weiter draußen ans Band bekommen. Eine maß gute 30 cm. Der Meerbrassenvetreter kämpfte mit Abstand am Besten am heutigen Tag, so dass ich dachte, der Fisch hätte wesentlich größer sein müssen.

Der Kämpfer des Tages: die Marmorbrasse

Die Marmorbrasse kommt hauptsächlich im östlichen Atlantik und im Mittelmeer vor. Wie alle Meerbrassen ist die Marmorbrasse ein Schwarmfisch und ernährt sich von Weichtieren, welche sie im Sand findet. Sie kann bis zu 55 cm groß werden. Durch die Geißbrasse unterscheidet sich die Marmorbrasse durch den fehlenden schwarzen Punkt an der Schwanzflosse.

Fazit

1,5 Stunden gehen verdammt schnell rum wenn man permanent Fischkontakt hat. Gute 30 Fische konnte ich in dieser Zeit überlisten. Ich hätte gerne noch weiter geangelt, doch meine Frau und ich wollten noch etwas unternehmen an unserem vorletzten Tag auf Fuerteventura. Um 8:15 Uhr schmiss ich den Rest der Garnelen ins Wasser und machte mich wieder auf den langen Rückweg ins Hotel.

Diesen Anblick werde ich vermissen. Der Urlaub war in jeder Hinsicht klasse!

Es war eine unheimlich tolle Erfahrung im warmen Meerwasser zu angeln und auch noch Fische dabei zu fangen. Insgesamt konnte ich sechs verschiedene Fischarten in den drei Sessions ans Band bekommen.

Ich denke ich werde spätestens nächstes Jahr wieder auf eine kanarische Insel fahren und nochmals angreifen. Vielleicht geht es nach Teneriffa. Wer weiß

Falls ihr den ersten Teil meines Angelabenteuers auf Fuerteventura noch nicht gelesen habt…hier nochmal der Link: https://angelninostfriesland.com/2019/06/19/angeln-auf-fuerteventura-1-2-lizenzen-vorbereitung-erste-fange-angeln-im-juni-2019/

Hier nochmal einige Bilder der Session in der Gallerie:

2 Gedanken zu “Angeln auf Fuerteventura (2/2) / skurrile Fische – Angeln im Juni 2019

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