Angeln auf Fuerteventura (1/2) / Lizenzen, Vorbereitung, erste Fänge – Angeln im Juni 2019

Vorwort

Unser jährlicher Sommerurlaub stand an. Wir fliegen immer in wärmere Gefilde und dieses Jahr stand zum zweiten Mal Fuerteventura als Ziel fest. Vor drei Jahren waren wir bereits auf der Insel in einem Hotel in Morro Jable untergebracht und es hat uns dort sehr gut gefallen. Dort habe ich auch einige Angler bemerkt, welche zwischen den Felsen abseits des Strandes ihrem Hobby nachgingen. Mein Kollege Kai meldete sich damals umgehend bei mir, da er dort jedes Jahr seinen Urlaub verbringt – und das mit Angel! Er konnte mir wertvolle Tipps geben, welche mich zum Fisch führen sollten.

Die Vulkanlandschaft auf Fuerteventura ist atemberaubend.

Vorab sei gesagt, dass es sich um einen einwöchigen Familienurlaub handelte und das Angeln reine Nebensache war. Trotzdem habe ich es insgesamt für ein paar Stunden ans Wasser geschafft.

Die Mönchsittiche sind an den Menschen gewöhnt

Lizenz

Das Angeln ist an den spanischen Küsten ohne Lizenz nicht gestattet. Daher habe ich mich im Vorfeld schlau gemacht. Eine Fischereiprüfung wird nicht benötigt. Es muss jedoch eine Erlaubnis käuflich erworben werden um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Im Internet ist zu lesen, dass die heimischen Berufsfischer gerne mal die ansässigen Ordnungshüter anrufen.

Ich wollte die Erlaubnis bereits im Vorfeld erwerben. Auf http://www.angeln-kanaren.de bin ich fündig geworden. Hier gibt es diverse Informationen über das Angeln auf den Kanaren. Zudem kann hier die Erlaubnis online erworben werden und diese wird einem innerhalb von einem Tag zu geschickt. Der Küsten-Angelschein kostet auf der Internetseite 79 Euro und ist für drei Jahre auf allen kanarischen Inseln gültig. Ich darf also nicht nur Furteventura angeln, sondern unter Anderem auch auf Teneriffa, Lanzarote oder Gran Canaria.

Auszug der Verhaltensregeln an spanischen Küstengewässern

Die Bestellung hat reibungslos geklappt und schon nach 18 Stunden erhielt ich den elektronischen Erlaubnisschein, sowie Verhaltensregeln. Natürlich alles in deutscher und spanischer Fassung.

Die Bestätigungs-Email war bereits nach 18 Stunden in meinem Postfach

79 Euro sind viel Geld. Vor Ort hätte die Erlaubnis die Hälfte gekostet. Allerdings hätte ich mir einen Mietwagen holen müssen um die 80 km entfernte Ausgabestelle zu erreichen. Zudem hätte ich keine deutsche Ausgabe erhalten.

Ausrüstung

Ich habe kaum Tackle mitgenommen. Als Angel wählte ich eine Teleskoprute, welche ich gut in den Koffer packen konnte. Eine leichte Spinnrolle mit 0,30 Mono montierte ich schon an die Rute. Dazu kamen Kleinteile wie ein paar Hakenpakete (Aalhaken, Barschhaken), ein paar Bleibirnen von 30gr, Wirbel und eine Hakenlösezange.

So sah meine Montage aus. Köder waren Garnelen

Erster Versuch, 13.06.2019

Wir checkten am Montagabend im Hotel ein. Am Dienstag machten meine Frau und ich einen Spaziergang nach Morro Jable. Dort besuchten wir neben einigen Sehenswürdigkeiten auch den Spot, den ich beangeln wollte. Zwei einheimische Angler, welche wir beobachten konnten, erbeuteten bereits einige kleinere Fische. In einem lokalen Supermarkt kaufte ich mir noch eine Packung Tiefkühl-Garnelen, welche ich als Köder anbieten wollte. Leider mussten wir feststellen, dass unser Hotel doch sehr weit weg war vom Angelspot. Um genau zu sein brauchte es fast eine Stunde Fußmarsch dorthin…egal!

Der Spot bei auflaufendem Wasser

Nachdem wir am nächsten Tag einen tollen Tag im Zoo verbringen durften machte ich mich um 17:00 Uhr vom Hotel aus auf die Socken. Als ich um 18:00 Uhr ankam war bereits die Flut auf dem Vormarsch. Trotzdem machte ich mich ins hinterste Ecke der Felsen auf, da dort die meisten Fische zu erwarten waren.

Hier war allerdings Vorsicht geboten: bei steigender Flut wird man an dem Spot allmählich eingekesselt vom Wasser. Und die Flut kam schneller als erwartet…

Es blieb mir kaum Zeit um die Felsen zu beangeln. Ich packte schnell die Angel aus und machte den ersten Wurf.

Die Montagen wurde schnell ausgebracht, denn die Flut kam recht schnell

Meine Taktik sah wie folgt aus: Ein Stückchen Garnele an einen großen runden Haken gepackt, ein 30 gr Laufblei auf der Hauptschnur und dann Feuer frei. Ich zog den Köder immer um einige Zentimeter über den Boden und ließ ihn dann einige Sekunden liegen. Das wiederholte ich so lange bis ein Biss kam. Und Bisse gab es reichlich! Leider blieb nur kein Fisch hängen und die Garnele war sehr schnell ab. Ich monierte schnell einen mittelgroßen Aalhaken und schmiss wieder aus. Diesmal blieb endlich was hängen. Der Fisch machte richtig Dampf und ich vermutete schon einen guten Fisch. Zum Vorschein kam dann ein eher kleiner Fisch. Mein erster Fisch auf Fuerteventura war eine Marmorbrasse.

Mein erster spanischer Fang: Eine Marmorbrasse

Kurz darauf hakte ich erneut einen Fisch. Diesmal war er aber nicht so kampfstark. Dieser Fisch war länglich und hell. Es war ein größeres Petermännchen. Da diese Art einen giftigen Stachel hat nahm ich die Zange zur Hilfe und schüttelte den Fang wieder vom Haken.

Ein giftiges Petermännchen schnappte sich die Garnele

Nach guten 20 Minuten hatte die Flut schon fast den ganzen Rückweg überspült. Daher packte ich schnell die Sachen und brachte mich in Sicherheit. Der Weg über die Felsen war sehr mühselig und gefährlich, da einige Steine recht rutschig waren. An einem sicheren Spot machte ich noch einige Würfe und konnte neben einem weiteren Petermännchen noch einen wunderschönen Schriftbarsch überlisten.

Schriftbarsche sind kleine Vetreter der Familie der Sägebarsche. Diese werden meist nicht größer als 25 cm. Sie halten sich in unmittelbarer Nähe von Felsen auf, wo sie ihre Nahrung finden. Die Farben der Schriftbarsche variieren von hell bis dunkel. Die durchgehenden Streifen sind wie das Kopfmuster prägend für diese Art.

Mein schönster Fang bis dato. Ein Schriftbarsch

Dann ging es auch schon wieder Richtung Hotel, da meine Frau und ich das Abendessen nicht verpassen wollten. Die Flut rückte ohnehin unaufhaltsam weiter vor.

Obwohl noch lange kein Hochwasser war, waren schon fast alle Felsen überspült.

Zweiter Versuch

Freitag war das Wetter sehr gut und wir gingen das erste Mal an den Strand vor unserem Hotel. Dort entdeckte ich gleich einen tollen Spot zum Angeln. Viele Felsen schauten bei Hochwasser aus den Wellen. Nach Absprache mit meiner Frau durfte ich es hier abends nochmals versuchen.

Im roten Kreis sind die Felsen gut zu erkennen

Zur Ebbe war ich pünktlich am Spot. Die Felsen waren nun allerdings komplett aus dem Wasser raus und danach kam nur Sandstrand…! Ich versuchte es trotzdem gute zwei Stunden lang.

So kann der Schein trügen. Die Felsen lagen bei Ebbe trocken.

Ich hatte ganze zwei Bisse…und zumindest konnte ich einen verwandeln! Diesmal war es eine Geißbrasse, welche der Garnele nicht widerstehen konnte. Etwas geknickt kam ich danach wieder ins Hotel.

Eine junge Geißbrasse fand den Weg an meinen Köder

Meine liebe Frau gestatte mir am Sonntag morgen nochmals anzugreifen! Und das tat ich auch mit sehr gutem Erfolg. Dazu bringe ich bald den zweiten Teil des Fuerteventura Berichtes raus! Dazu gibt es eine kleine Beschreibung der gefangenen Arten wie Petermännchen und Co.

Hier die besten Bilder des ersten Teiles zum vergrößern:

5 Gedanken zu “Angeln auf Fuerteventura (1/2) / Lizenzen, Vorbereitung, erste Fänge – Angeln im Juni 2019

  1. Pingback: Angeln auf Fuerteventura (2/2)/ skurrile Fische – Angeln im Juni 2019 – Angeln in Ostfriesland

  2. Pingback: Rückblick Juni / Fangtipps / Vorschau Juli – Angeln 2019 – Angeln in Ostfriesland

  3. Pingback: Küstenangeln auf Mallorca (Colonia de sant Jordi) – Angeln im Juli 2020 – Angeln in Ostfriesland

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