Schleien und Hechte mitten im Dorf – Angeln im Mai 2019

Vorwort

Seit einigen Monaten war ich mit meinem Angelkollegen Stephan in stetigem Kontakt was die Schleienangelei angeht. Kurz vor Schonzeitende haben wir es dann endlich zusammen ans Wasser geschafft. Zwei Wochen später haben wir sogar noch einen zweiten Versuch nachlegen können.

Das Zielgewässer war ein schmaler Kanal, welcher mitten durch ein Dorf verläuft. Hier konnte Stephan bereits sehr gute Erfolge auf die Tincas erzielen. Hier erhoffte ich mir meine erste Schleie im Jahr 2019.

Köder und Taktik

Zielfisch war die Schleie. Daher kamen hauptsächlich Tauwürmer, Dendrobenas und Maden zum Einsatz. Auf Mais verzichteten wir, da die Tincas an diesem Kanal erfahrungsgemäß eher auf Lebendköder stehen.

Wir fischten ausschließlich Posenmontagen, welche wir auf beiden Uferseiten des Kanal platzierten. Hier ziehen die Schleien entlang um Insekten, Schnecken und Würmer aufzusammeln, welche ins Wasser gefallen sind. Die Ruten wurden in Rutenhalter gelegt und der Bügel blieb offen. Neben dieser Taktik wählten wir recht schlanke Posen, damit der Zielfisch kaum einen Widerstand beim Aufnehmen des Köders spürt.

Leichter Morgennebel umspielt die Pose

11.05.2019 : Der erste Ansitz

4:00 Uhr: Raus aus den Federn

Der Wecker klingelte um 4:00 Uhr morgens. Stephan sagt:“ Wer Schleien will muss auch früh aufstehen!“. Eine halbe Stunde später stieg ich ins Auto. Es war lausig kalt draußen. Es wurde gerade erst hell und die STraßen waren eingehüllt in Nebel. Obwohl es einige Tage zuvor noch sehr warm war kühlte es in den Folgetagen stark ab. Knappe 2° C zeigte mein Thermometer an. Um 5:00 Uhr sammelte ich Stephan ein und um 5:30 Uhr kamen wir am Spot an. Da wir mitten im Dorf waren, kam kaum Wind durch. Die Wasseroberfläche war spiegelglatt.

Die Stockenten sind auf Nahrungssuche

6:00 Uhr: Ein Wurm-Hecht

Die Ruten waren relativ schnell ausgebracht. Im Zickzack wurden die Köder an den beiden Uferseiten platziert. Kurz nach dem Ausbringen hatte Stephan bereits den ersten Fisch im Drill. Leider entpuppte sich der Fisch nicht als Schleie, sondern als kleiner Hecht. Jetzt nach der Laichzeit fressen sich die Hechte wieder voll. Daher stand heute auch wohl ein Wurm auf dem Speisezettel des Räubers. Der Fisch wurde natürlich schnell wieder ins Wasser zurück gesetzt, da in unserem Verein noch die Schonzeit aktiv war.

Ein kleiner Hecht auf Wurm an der Posenmontage

6:25 Uhr: Meine erste Schleie 2019

Auf der Wasseroberfläche waren vereinzelt Blasenteppiche zu sehen. Die Schleien waren also teilweise aktiv bei der Kälte. Während Stephan und ich Smalltalk hielten fing die Pose direkt vor meinen Füßen an zu wandern. Durch die offene Rolle konnte der Fisch ungehindert Schnur nehmen. Nach einigen Sekunden Schlug ich an und merkte direkt einen guten Widerstand. Schnell wurde klar, dass ich meine erste Schleie des Jahres im Drill hatte. Stephan war schnell mit dem Kescher am Start und der Fisch war gelandet. Diese wunderschöne Tinca maß 35 cm und biss auf einen aufgezogenen Dendrobena.

Die erste Tinca des Jahres -> 35 cm auf Wurm

9:30 Uhr: Der zweite Hecht

Um 7:00 Uhr war die Sonne vollends am wolkenfreien Himmel aufgegangen und es wurde langsam wärmer. Leider waren die Fische relativ beißfaul. Nach zwei Fehlbissen konnte ich ein Rotauge von gut 20 cm mit dem Madenbündel verführen.

Auch danach lief es schleppend weiter. Bis 9:20 Uhr gab es kaum Aktion an den Ködern. Nach einem Köderwechsel bekam ich unmittelbar nach dem Auswurf einen guten Biss. Wieder war es ein kämpferischer Fisch, doch eine Schleie war es nicht. Stephan kam mir mit dem Kescher zur Hilfe und konnte den zweiten wurmliebenden Hecht sichern. Dieser war schon etwas größer, aber dennoch ließen wir ihn wie vorgeschrieben wieder frei.

Auch mir ging ein wurmliebender Hecht ans Band

10:00 Uhr: Das Madenbündel schlägt zu

Kurz nach dem Hecht bekam ich einen weiteren Biss auf das Madenbündel. Der Drill war kurz und schmerzlos, denn es biss abermals eine handlange Plötze. Ich bestückte den Haken wieder mit neuen Maden und brachte die Montage an selbiger Stelle aus. Gegen 10:00 Uhr bekam ich auf die Maden einen besseren Biss und diesmal war es wieder eine Schleie. Diese Tinca war mit 36 cm sogar etwas größer als ihr Vorgänger. Das war das erste Mal, dass ich zwei maßige Schleien in einer Session fangen konnte.

Wieder eine bildhübsche Schleie. Diesmal war ein Madenbündel der Köder

Wir angelten noch eine halbe Stunde weiter, aber ein weiterer Fisch blieb uns vergönnt. Dafür verabredeten wir uns für eine weiteren Ansitz nach Ende der Schonzeit.

25.05.2019: Der zweite Versuch

13:30 Uhr: Nachmittags-Session

Am gestrigen Samstag waren wir um 13:30 Uhr wieder am selben Kanal. Diesmal war es durchgehend bewölkt. Dazu kam mal wieder ein ordentlicher Wetterumschwung.

Da nun die Schonzeit zu Ende war, brachten wir beide unsere Spinnruten mit. Da die Hechte letztes Mal schon recht aktiv waren versprachen wir uns heute ein paar Bisse.

14:00 Uhr: Aktive Rotaugen

Die Ruten waren scharf. Ich fischte diesmal unter Anderem eine Stipprute, da ich meinen Köderfischvorat etwas aufstocken wollte. Dies klappte auch einigermaßen. Ich ließ eine einzelne Made knapp über Grund treiben und erhielt regelmäßig Bisse. Neben vier handlangen Rotaugen konnte ich auch einige sehr kleine Brutfische überlisten. Diese werden als Aalköder Verwendung finden. Eine kapitale Plötze schlitze leider aus, bevor der Kescher im Wasser war. Das ärgerte mich wirklich…

Ich konnte einige Rotaugen an der Stippe fangen

14:45 Uhr: Der erste Hecht

Wir konnten kaum Aktivität im Wasser feststellen. Plötzlich stellte Stephan einen raubenden Fisch am gegenüberligenden Ufer fest, griff sich die Spinnrute und warf ihn an. Beim dritten Wurf schnappte sich der Räuber den angebotenen silbernen Zander Collector der Firma Balzer. Leider war der Hecht klar untermaßig und wurde schnell wieder in sein Element entlassen.

Der silberne Zander Collector brachte einen kleinen Hecht

16:00 Uhr: Schleppendes Spinnen

Bis 16:00 Uhr blieben die Posenruten still. Lediglich an der Stippe ließ sich noch der eine oder andere Weißfisch blicken. Daher packten wir die Ansitzruten ein und liefen den Kanal mit der Spinnrute ab. Es gab in der nächsten Stunde allerdings kaum Kontakt. Der Wetterumschwung und die Tageszeit spielten uns wohl nicht in die Karten. Immerhin konnte ich noch einen 25er Barsch ans Band bekommen. Gebissen hat der Räuber auf meinen altbewährten gelben Twister.

Lediglich dieser 25er Barsch wollte noch beißen

Um 17:00 Uhr machten wir dann Feierabend. Leider verlief es an diesem Tag wirklich schleppend. Kommende Woche versuche ich in den Abend- und Nachtstunden den Aalen und Zandern nachzustellen. Ich hoffe dort auf mehr Erfolg

Hier noch mal alle Bilder der Sessions zum Vergrößern:

Ein Gedanke zu “Schleien und Hechte mitten im Dorf – Angeln im Mai 2019

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