Allround-Angeln im Graben am Tag – Angeln im April 2019

Am vergangenen Samstag wachte ich erst mittags auf, da mich der Rhythmus der Nachtschicht noch fest im Griff hatte. Das Wetter war einfach herrlich – 18° C bei klarem Himmel und einer leichten Briese. Um 14:00 Uhr traf ich am Spot ein. Das Gewässer war ein schmaler Kanal und ich setzte mich in die Innenseite einer leichten Kurve. In diesem Kanal habe ich in der Vergangenheit schon diverse Fische überlisten können und die Beißfrequenz war hier immer recht hoch.

Ich hatte heute keinen Zielfisch, sondern wollte so viele verschiedenen Arten wie möglich ans Band bekommen. Da der Ansitz bis kurz vor Dämmerung geplant war, hoffte ich auch abends eine nachtaktive Art wie Schleie oder Aal fangen zu können.

Auch am Tag lohnt sich ein Besuch am Graben

Taktik und Köder

Um die Weißfischpalette abzudecken wählte ich eine leichte Feederrute. Das braune Futter hatte ich mit etwas süßlichem Futtermehl angemischt. Zusätzlich bereicherte ich dem Mix mit Maden, Castern, Mais und dem Maissaft aus der Dose. Alles wurde ordentlich durchgemischt und mit acht gezielten Würfen am gegenüberliegenden Ufer ausgebracht. Ich bot hier abwechselnd Maden, kleine Rotwürmer und Mais am Haken an.

Die zweite Montage war ebenfalls für den Gewässergrund vorgesehen. Hier wurde als Gewicht ein 30 Gramm Laufblei an der Hauptschnur angebracht. Die Rute stellte ich hochkant auf und versah die Spitze mit einem Glöckchen. Sollte nun ein Fisch den Köder aufnehmen, kann er ohne Widerstand etwas Schnur abziehen. Als Köder kamen hier ausschließlich Würmer zum Einsatz.

14:30 Uhr: Rotaugen am Futterplatz

Die Feederrute war kaum im Wasser, da gab es schon die ersten Bisse. Allerdings muss es sich um kleine Fische gehandelt haben, denn es wollte partout keiner hängen bleiben. Ich änderte nun die Hakengröße von 14 auf 18 und fädelte eine Made komplett auf während ich eine Weitere davor ganz normal aufzog. Dies brachte auch prompt die ersten Erfolge. Kleine handlange Rotauge hatten meinen Futterplatz erobert und wanderten nun reihenweise an Land. Viele Rotaugenweibchen waren bereits voller Laich.

Die Rotaugen waren die ersten Fische am Futterplatz

15:15 Uhr: Rotfedern und Güstern

Nachdem ich gute zehn Plötzen in 45 Minuten fangen konnte kam nun Abwechslung ins Spiel. Eine sehr kleine Güster mischte sich in die Fischparade. Zusätzlich wurden auch Rotfedern durch das Futter angelockt, denn auch diese Art gesellte sich jetzt mehrfach in das Fangergebnis. Drei Arten waren bis dato schon gefangen. Lediglich eine Brasse fehlte noch um die Weißfische zu vervollständigen.

16:30 Uhr: Das Glöckchen kommt in Fahrt

Das Feedern lief wie geschnitten Brot. Die Wurmrute blieb die erste Zeit allerdings relativ still. Zwar bimmelte es ab und an, aber mehr war es dann auch nicht. Also änderte ich auch hier die Ködertaktik. Kleinerer Haken und anstatt Wurmbündel wurde hier ein einzelner Wurm aufgefädelt. Der Köder war keine fünf Minuten im Wasser, da bimmelte es bereits ordentlich. Und endlich kam auch hier die vierte Fischart zum Vorschein: Ein Flussbarsch. Auch die nächsten beiden gehakten Barsche waren wie der Vorgänger wahrlich keine Riesen.

Heute gingen nur kleine Flussbarsche an den Haken

Der vierte gehakte Winzling entpuppte sich als neue Art: Ein Kaulbarsch! Dies war mein erstes gefangenes Exemplar in diesem Jahr. Viele Angler empfinden diese Art als Plage, doch ich mag die kleinen Frechdachse. Im Laufe des Tages sollte ich noch sieben weitere Kaulis an den Haken bekommen.

Auch meine ersten Kaulbarsche 2019 konnte ich an diesem Tag fangen

17:30 Uhr: Zwei schöne Brassen

Die Session neigte sich langsam aber stetig dem Ende zu. Auf beiden Ruten konnte ich kontinuierlich Fische fangen. Nur die hier recht verbreiteten Brassen wollten sich noch nicht zeigen. Ich fütterte nochmals ein paar Futterkörbe auf dem Platz nach und gab mehr Maden und Caster dazu. Nach einer guten Viertelstunde kam ein vorsichtiger Biss. Es sah alles nach einem Rotauge aus, doch beim Anhieb war klar, dass etwas Größeres gebissen hatte. Nach einem schönen Drill mit der leichten Feederrute konnte ich den ersten Brassen keschern. Die Kollegin war 46 cm lang und war ordentlich dick. Ein voller Bauch deutete eindeutig auf ein Weibchen hin, denn die Brassen waren kurz vor der Eiablage. Etwas später konnte ich ein weiteres Exemplar fangen, welches diesmal nicht auf Maden, sondern auf kleine Wurmstückchen.

Eine von zwei schönen Brassen an diesem Tag

18:30 Uhr: Ende und Fazit

Ich konnte insgesamt sechs Arten überlisten. Auf Maden bissen Rotauge, Rotfeder, Güster und Brasse. Auf Wurm konnte ich einige Fluss- und Kaulbarsche an den Haken bekommen. Die Masse der gut 30 gefangenen Fische waren Rotaugen und Kaulbarsche. Die Durchschnittsgröße der Fische war dem kleinen Kanal entsprechend. Leider war die Sonne um 18:30 Uhr noch so präsent, dass sich weder Aal noch Schleie blicken ließ.

Was auffiiel, dass die Weißfische kurz vor der Eiablage stehen. Mehrere Brassen und Rotaugen hatten pralle Bäuche. Dies heißt im Umkehrschluss, dass unsere Gewässer bald voll mit Nahrung für unsere Räuber wie Barsch, Aal und Co. sind.

Ein voller Bauch – die Eiablage steht kurz bevor

Mit sechs Arten war ich mehr als zufrieden. Alles in Allem hatte ich einen fischreichen nachmittag.

Hier noch ein paar Bilder der Session (vergrößern durch anklicken möglich)

Ein Gedanke zu “Allround-Angeln im Graben am Tag – Angeln im April 2019

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