Graben-Aale im Frühjahr – Angeln im April 2019

Vorbereitung

Ricardo und ich standen seit Wochen in Kontakt was das Aalangeln angeht. Wir beide konnten in den letzten Wochen schon die ersten Aale fangen und nun ergab sich spontan ein gemeinsamer Ansitz.

Das Wetter war den ganzen Tag bewölkt und es regnete hin und wieder. Die Temperatur lag bei angenehmen 10° C und es war beinahe windstill. Luftdruck lag bei 1020 mbar.

Gewässer

In der Vergangenheit haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich Aale nach der Winterkälte am besten in flachen und schwach-fließenden Gewässern fangen lassen. Wenn ich flach schreibe, dann meine ich Gewässertiefen von unter 50 cm. Diese Gewässer erwärmen sich tagsüber schneller als Tiefere. Auch bei Wassertemperaturen deutlich unter 8° C lassen sich hier schon Fangerfolge erzielen.

Wir entschieden uns für einen Graben mit einer Breite von fünf Metern und einer Tiefe von 40 cm. Ein großer Vorteil einer geringen Gewässerbreite ist, dass man kaum am Fisch vorbei angeln kann.

Breiter braucht ein Kanal zum Angeln auf Aal nicht sein. (nachträgliches Bild)

Gerät und Köder

Zum Aalangeln nutze ich ganz einfache Ruten. (Gerne auch leicht kaputte oder billige Angeln). Die Rutenspitze sollte einigermaßen steif sein, da der Aal nicht ausgedrillt, sondern so schnell wie möglich an Land gebracht werden soll. Dies ist sehr wichtig, da sich der Aal ansonsten zu 100 % irgendwo festsetzt und so nur noch sehr schwer zu landen ist.

Die Hauptschnur und das Vorfach müssen einiges aushalten können um den Aal schnell aus dem Wasser zu bekommen. Ich fische eine Hauptschnur von 0.35 mm.

Bei den Haken greife ich derzeit gerne auf Gamakatzu zurück. Hier schätze ich vor Allem die Schärfe der Hakenspitze und die Tragkraft. Je nach Hakengröße variiert die Dicke des Vorfaches. Ich nutze hier je nach Köder folgende Größen: Größe 8 (0,28mm / Regenwurm / Dendrobena) und Größe 6 (0,35mm / Tauwurm / Wurmbündel)

Ich nutze auschließlich Würmer als Köder. Egal ob Regenwürmer, Mistwürmer, Dendrobenas oder Tauwürmer.

Quirlige Tauwürmer und Aalhaken – das läuft! (nachträgliches Bild)

Technik

Bei einem so schmalen Gewässer ist es sinnvoll so viel Fläche wie möglich abzudecken. Zwei Montagen werden jeweils an den beiden Uferseiten abgelegt, denn hier sucht der Aal am ehesten nach Nahrung. Dazu kann man in der Gewässermitte noch einen Köder anbieten.

Die Wurmköder fädele ich penibel auf, da die Schlängler im Frühjahr noch sehr spitz beißen. Das überstehende Wurmende kneife ich ab, so dass die Hakenspitze kaum noch sichtbar ist.

Um die Attraktivität des Köders noch zu steigern, nutze ich hin und wieder Dips. Besonders auf Krabben- und Leberdüfte fahren die Aale ab.

Der halbe Tauwurm wird aufgezogen, so dass die Hakenspitze kaum sichtbar ist (nachträgliches Bild)

Der Ansitz

19:00 Uhr: Der Beginn

Als wir um 19:00 Uhr am Graben ankamen nieselte es leicht. Also bauten wir zunächst einen Schirm auf um Proviant und Tackle trocken zu halten. Danach wurden in Ruhe die Montagen beködert und die Ruten ausgebracht. Ich befischte die rechte und Ricardo die linke Seite des Grabens. Während ich wie gewohnt auf meine Posen als Bissnazeiger setzte, nutzte Ricardo auch Pieper als Bissanzeiger. Um 19:45 Uhr waren dann alle Ruten ausgebracht.

20:30 Uhr: Der erste Aal

Schon in der Dämmerung gab es die ersten vorsichtigen Zupfer. Eine meiner Posen zog sogar zwei Meter durch den Kanal, doch der Fisch ließ den Köder wieder los. Als es schon richtig dunkel war setzte sich auch eine von Ricardos Posen in Bewegung, doch der Anschlag ging ins Leere. Viellleicht kam der Anschlag zu früh? Die Revanche gab es nur fünf Minuten später: Die selbe Pose zog abermals ab, doch Ricardo wartete diesmal bedeutend länger mit dem Anhieb. Dies zahlte sich aus und der erste Aal des abends war gelandet.

Der erste Aal des Ansitzes biss um 20:30 Uhr

21:30 Uhr: Fehlbisse und zweiter Aal

Nach Ricardos Erfolgserlebnis sollte auch ich wieder Aktionen an den Ködern bekommen. Beim ersten Biss schwamm der Fisch durch ein Hindernis, so dass er durch den Widerstand an der Schnur den Köder wieder los lies. Dann zog meine zweite Pose vielversprechend ab – leider schnurstracks auf eine weitere Montage zu. Also setzte ich vorschnell den Anhieb und dies natürlich ohne Erfolg.

Ich tauschte den alter Köder durch einen neuen halben Tauwurm aus und platzierte die Montage erneut an der selben Stelle. Nur wenige Minuten zog die Pose abermals ab. Diesmal hatte ich vorgesorgt und die andere Montage weiter abseits ausgebracht. Nun konnte der Aal ungehindert abziehen und ich gab immer wieder Schnur nach. Erst als sich der Fisch nach kurzer Fresspause wieder in Bewegung setzte schlug ich an. Diesmal spürte ich einen klaren Widerstand in der Rute und kurbelte schnell und kontrolliert ein. Damit hatte auch ich mich entschneidert. Der Aal war mit 51 cm klar maßig und ich entnahm ihn. Noch beim Vermessen löste sich der Haken, doch glücklicher Weise konnte ich ihn shcnell packen und in den Eimer verfrachten.

Der zweite Aal maß 51 cm

22:15 Uhr: Monster-Rotauge

Nach dem Biss tat sich nichts mehr. Die Bissanzeiger blieben still und stumm. Ricardo und ich fachsimpelten über unser liebstes Hobby als plötzlich ein Pieper auslöste. Allerdings war nach einem Piepser wieder Schluss. Erst einige Minuten später piepste es erneut und Ricardo beschloss der Sache auf den Grund zu gehen. Ich hörte nur ein ordentliches Plätschern und eilte zum Tatort. Ricardo hatte einen größeren Weißfisch gefangen. Der 33 cm lange Bursche war aber weder Brasse noch Aland, sondern ein kapitales Rotauge. Wir schätzten das Ungetüm auf ein gutes Pfund. Was für ein Fang aus so einem kleinen Gewässer

Ein riesiges Rotauge von 33 cm biss auf ein Wurmbündel

23:00 Uhr: Abbau

Da sich schon seit einiger Zeit rein gar nichts mehr tat packten wir um 23:00 Uhr ein. Zwar konnten wir wahrlich keine Sternstunde erleben, aber zumindest hatte jeder einen Aal gefangen. Mit steigenden Temperaturen werden die Fänge mit Sicherheit noch steigen.

Es müssen nicht immer die großen Kanäle oder Seen sein um Aale zu fangen. Traut euch mal an Kleinstgewässer und ihr werdet auch dort Aale fangen.

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