Feedern bei starkem Wind / Tipps und Tricks – Angeln im Februar 2019

Viele Angler überbrücken die Raubfisch-Schonzeit mit dem Nachstellen auf Friedfisch. Hier gibt es diverse unterschiedliche Methoden auf völlig unterschiedliche Fischarten zu angeln. Im Februar ist es meist noch recht kalt und viele Friedfischarten wie Karpfen oder Schleie sind sehr schwer bis garnicht zu fangen. Weißfische hingegen kann man das ganze Jahr über an den Haken bekommen. Daher sind Weißfische wie Brassen, Güstern und Rotaugen stets meine Zielfriedfische im Winter.

Neben dieser toll gefärbten Brasse konnte ich noch viele weitere Fische bei dem heftigen Wind überlisten.

Wenn man an der Küste wohnt ist es völlig normal, dass es windig ist. Häufig hat man sogar mit starkem Wind und noch stärkeren Böen zu kämpfen. Ich habe mich am Wochenende für einen Nachmittag bei Windstärken bis zu 80 km/h an einen Kanal gesetzt um dort meinem liebsten Hobby nach zu gehen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Windes betrug allerdings „nur“ 42 km/h, welche laut DWD (Deutscher Wetterdienst) als „starker Wind“ eingestuft wird. Aber lasst euch gesagt sein: Der Durchschnittswind ist vollkommen egal, wenn du alle 30 Sekunden eine Mordsböe abbkekommst ;-). Ich entschied mich auf jeden Fall zu Feedern an diesem Tag.

Ich startete mittags meine Session. Innerhalb von fünf Stunden konnte ich 15 Weißfische trotz der heftigen Bedingungen in den Kescher bekommen. Neben Güstern und Rotaugen konnte ich auch ein paar schöne Brassen überlisten. Wie ich trotz des starken Windes die Bisse zuverlässig erkennen konnte habe ich in nachfolgende Tipps verpackt. Die Tipps richten sich ausschließlich um das Feedern im Wind. An einer Videoreihe, wo wir das Einmaleins des Feederns erklären, arbeiten wir bereits.

Dieser Brassen ging fast bis an die 50 cm und wog schätzungsweise drei Pfund

Der Angelplatz

Die Ruten zeigen in den Wind, die Schnur bietet weniger Luftwiderstand

Die Platzwahl richtet sich primär natürlich nach den Fischen. Wenn man ein sturmfestes Brolly besitzt, sollte man dies unbedingt aufbauen. Hier kann leichtes Tackle, Papiere, Futtereimer usw. deponiert werden. Ich verzichtete auf ein Solches, da ich nicht viel Gerät dabei hatte. Hier ein paar Tipps zum Angelplatz, wenn man auf ein Brolly verzichtet:

  1. Einen sicheren Platz suchen (weg von Bäumen)
  2. Hohe Uferböschungen meiden, da hier zu viel Schnur beim Angeln dem Wind ausgesetzt wird
  3. Den Angelstuhl an etwas schweren binden. (z.B. Rucksack)
  4. Kleinteile wie Hakenpackungen, Köderboxen, Eimerdeckel sofort nach Gebrauch wegpacken. Ich hatte einen großen Eimer gefüllt mit Futter. Dieser war so schwer, dass ich hier die Köder, Zollstock, Hakenlöser hineinlegen konnte.
  5. Taschen geschlossen halten, falls dort Tackle aufbewahrt wird
  6. Mit dem Rücken in den Wind setzen

Tackle

Ich habe meine leichte Winklepicker zu Hause gelassen und zwei schwerere Feederruten mitgebracht. Beide haben ein Wurfgewicht mit bis zu 80 Gramm, wobei ich jeweils eine Spitze mit 1,5 Oz montierte. Nach dem Vorfüttern fischte ich zunächst einen 30 gr. Korb. Ich stellte schnell fest, dass ich die Spitze der Rute durch die Wellen und Böen nicht auf eine starre Spannung bringen konnte. Daher montierte ich einen wesentlich schwereren Korb um die Spitzenbewegungen nahezu auszuschalten. Eine härtere Spitze würde auch weniger wackeln, doch feine Bisse (wie häufig im Winter) werden hier wesentlich schlechter angezeigt. Beim Feedern ist ein schneller Anschlag das Allerwichtigste. Je länger der Fisch am Haken nuckelt, umso tiefer dringt der Haken in den Fisch ein. Bei einem schnellen Anschlag wird der Fisch fast immer im vorderen Maulbereich gehakt.

  1. Stärkere Ruten verwenden
  2. Schwerere Futterkörbe verwenden
  3. Wetterfeste Kleidung anziehen und Taschen geschlossen halten
  4. Die Schnur mit etwas Spüli bearbeiten
  5. Extra-Futter und Extra-Köder dabei haben und sicher lagern, falls mal der Futtereimer oder die Köderboxen wegfliegen.
Um das Gewicht zu erhöhen versah ich einen leichten Korb noch mit einem zusätzlichem Birnenblei

Aufbau der Ruten

  1. Die Rute braucht einen sehr festen Stand (Rodpod, starke Rutenhalter)
  2. Die vorderen Rutenhalter bis kurz vor die Rutenspitzen platzieren
  3. Die Spitze der Feederrute in Richtung des Windes zeigen lassen Wind von links – Rute zeigt nach links
  4. Rutenspitze weit unten und so nah wie möglich am Wasser platzieren, um so wenig Schnur wie möglich außerhalb des Wasser zu haben
Die Spitzen sollten so knapp wie möglich über dem Wasser sein. So wird nur wenig Schnur dem Wind ausgesetzt.

Anfüttern und Angeln

  1. Böen abwarten
  2. Die Rute sofort nach dem Auswerfen nach unten richten um Schnurbogen zu vermeiden
  3. Das Gewicht der Futterkörbe erhöhen, damit die Rutenspitze auf Spannung bleibt
  4. Das Futter etwas feuchter machen
  5. Beim Auswerfen den Wind mit einberechnen. (Einen Punkt in Windrichtung anvisieren
Das Futter sollte bei starkem Wind etwas feuchter sein. Im Winter empfehle ich zusätzlich weihnachtliche Gewürze

Ein großer Dank geht an Valle, der mir diesen Bericht erst ermöglicht hat. Für gute Zuarbeit möchte ich mich auch noch bei Björn bedanken, welcher neben Valle auch bei der Landung einiger Fische unterstützt und Bilder für den Beitrag geschossen hat.

Beim Schreiben dieses Beitrages stand mir mein Feederkollegen André hilfreich mit seiner Erfahrung und einigen Tipps zur Seite. Auch ihm gebührt ein Dankeschön.

Ich hoffe euch hat dieser etwas informativere Beitrag gefallen. Bei Fragen oder Verbessungsvorschlägen würde ich mich über eure Nachrichten freuen. So könnt ihr mich erreichen:

Nachfolgend noch ein paar Bilder der Fische die ich an diesem Tag überlisten konnte (Durch anklicken werden diese vergrößert).




2 Gedanken zu “Feedern bei starkem Wind / Tipps und Tricks – Angeln im Februar 2019

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s