Aale im Winter – Angeln im Februar 2019

In den letzten zwei Monaten stand fast auschließlich die Angelei am Tage auf dem Programm. Egal ob auf Friedfisch oder Raubfisch – die Fische bissen regelmäßig. Doch ein Allrounder wie ich angelt auch für sein Leben gern bei Nacht. Es juckte mich so sehr in den Fingern, dass ich das Thema „Nachtangeln im Winter an Binnengewässern“ bei meinen Jungs von den „Angelkollegen“ ansprach. Auch hier gab es einige Kollegen, denen es ebenso in den Fingern juckte. Das Projekt „Nachtangeln“ nahm Form an.

19:00 Uhr – Der Ansitz

Lenni und ich verabredeten uns spontan zu einem ersten Ansitz. Die Temperaturen waren seit ein paar Tagen konstant über 3° C – allerdings regnete und stürmte es auch permanent. Zielfisch für den Nachtansitz war der Aal. Wir gingen natürlich nicht davon aus, dass es wir einen Schlängler an den Haken bekommen würden, doch wir wollten es unbedingt ausprobieren. Allein bei dem Gedanken an eine abtauchende Knicklichtpose oder einem bimmelnden Aalglöckchen geht mir das Herz auf.

Wir entschieden uns für einen recht schmalen und flachen Kanal. Wir ließen uns in unmittelbarer Nähe einer Schleuse nieder, da das Wasser hier immer ordentlich mit Sauerstoff versorgt wird. Es wehte ein kalter Wind und immer wieder regnete es. Zu unserem Glück kam der Wind allerdings aus unserem Rücken. Um 19:00 Uhr waren unsere Ruten im Wasser.

Köder waren ganz klassisch Würmer. Lenni schwört darauf, diese auf den Haken aufzuziehen. So ist der Haken verdeckt und der Aal kann den Köder schnell aufnehmen. Ich beköderte eher ein kleines Wurmbündel, welches mit quirligen Bewegungen den Aal anlocken und zum Biss verleiten soll.

19:15 Uhr – Die ersten Aale 2019

Lennis Taktik ging aber schon innerhalb von wenigen Minuten auf. Die in der Strömung taumelnde Pose zuckte verräterisch einige Male bis sie unterging. Lenni setzte den Anhieb und im Kescher landete tatsächlich der erste Aal des Jahres. Ungelogen – der Köder war erst 15 Minuten im Wasser! Der Aal war mit 47 cm sogar direkt maßig.

Der erste Aal 2019 / 47 cm gebissen auf Wurm

Das wirklich Verrückte war, dass nur zehn Minuten später bereits die zweite Pose von Lenni abzog. Und wieder war es ein Aal. Dieser Fisch scheiterte allerdings nur um wenige Zentimeter am Mindestmaß von 45 cm und durfte wieder in sein Element. Da beide Schlängler sehr spitz bissen, konnte die Haken schnell gelöst werden. Wir waren keine 30 Minuten am Wasser und konnten schon zwei Aale fangen – und das Anfang Februar!

Der zweite Aal war knapp untermaßig und wurde wieder released

20:45 Uhr – Ein neuer Brassen PB

Nach dieser verrückten Phase blieben unsere Köder erst einmal knapp 1,5 Stunden ohne merklichen Kontakt. Durch den Wind, den Regen und durch die Strömung waren feine Bisse schwer zu erkennen. Bei einigen Kontrollen waren mal Würmer angeknabbert oder auch mal ganz weg. Als ich eine Rute nahe eines Baumes kontrollieren wollte, bemerkte ich einen Widerstand. Ich vermutete, dass sich mein Haken um eine Baumwurzel geschlungen hatte. Ich baute ein paar Mal Druck mit der Rute auf um den Haken zu lösen doch plötzlich wehrte sich die vermeindliche Wurzel. Schnell rief ich Lenni herbei, welcher den massiven Fisch sicher keschern konnte. Der Fisch entpuppte sich als kapitale Brasse von 58 cm . Wir staunten beide nicht schlecht über diese Größe in diesem flachen Kanal. Damit konnte ich meinen alten PB um 3 cm steigern.

Mein neuer Rekord-Brassen – 58 cm bei ca. 5 Pfund

21:10 Uhr – Der größte Aal

Wind und Regen ließen nicht nach. Wir mussten die tanzenden Posen sehr genau im Auge behalten, da hinter jeder Bewegung ein Aalbiss stecken konnte. Eine Pose dippte einige Male unkontrolliert nach unten. Lenni brachte sich in Stellung um bei einem möglichen Biss schnell anschlagen zu können. Nachdem die Pose plötzlich ganz abgetaucht war setzte Lenni den Anhieb. Der Fisch hing! Schnell brachte ich den Kescher in Position und der Aal konnte sicher gelandet werden. Der Aal war mit 62 cm deutlich größer und dicker als die beiden Ersten. Auch hier saß der Haken ziemlich knapp in der Lippe.

Ein ordentlicher Winter-Aal / 62 cm

22:00 Uhr – der letzte Fisch der Nacht

Nach einem Fehlbiss ging mal wieder eine Pose auf Wanderschaft. AUch hier war es ein Aal, den den aufgefädelten Wurm aufnahm. Der Kleine maß (wenns hoch kam) 35 cm und wurde direkt wieder in sein Element entlassen. Danach tat sich bis auf einen weiteren Fehlbiss nichts mehr. Um 23:30 Uhr packten wir dann gemächlich unsere Sachen und traten daraufhin den Heimweg an.

Klein aber immerhin. Dieser Mini-Aal durfte schnell wieder schwimmen

Fazit

Ich habe noch nie erlebt, dass so früh im Jahr die Aale laufen. Wir waren defintiv sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Natürlich spielte Glück eine große Rolle bei unserem Unterfangen. Dennoch trugen folgende Punkte zu unserem Erfolg bei:

  1. Es hat seit einigen Tagen nicht mehr gefroren
  2. Die Temperaturen und der Luftdruck waren einigermaßen Konstant
  3. Der gewählte Spot hatte durch die Schleuse viel Sauerstoffzufuhr
  4. Durch die geringe Breite des Kanales kommen die Fische viel schneller an den Ködern vorbei
  5. Die Nacht war durch die Wolken schwarz. Kein Mondlicht kam durch.

Besucht gerne meine Facebookseite https://www.facebook.com/angelninostfriesland/ um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Wer von aktuellen Fängen nicht genug bekommen kann, der sollte auf jeden Fall auch bei der Seite der „Angelkollegen“ vorbeischauen:https://www.facebook.com/Angelkollegen-1518811718336769/

Ein nachträglicher Lob geht an Lenni für die gute Mitarbeit vor und hinter der Kamera. Die Bilder sind trotz der miesen Bedingungen noch recht gut geworden!

2 Gedanken zu “Aale im Winter – Angeln im Februar 2019

  1. Pingback: Hechte, Barsche und Brassen zum Winterende – Angeln im Februar 2019 – Angeln in Ostfriesland

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