Zander und Hechte aus dem ersten Eis – Angeln im November 2018

Nach den mäßigen Fängen aus den letzten Wochen fing ich schon so langsam an etwas zu verzweifeln. Eine solche Durststrecke kann sehr demotivierend sein. Doch wenn man so tolle Angelkollegen hat wie ich kann man die Lust gar nicht ganz verlieren. Täglich werden neue Fänge präsentiert. So konnte zum Beispiel Björn seinem PB Zander aus der letzten Woche von 66 cm nochmals um 2 cm auf 68 cm hochschrauben. Zudem erhielt ich viele Zusprüche und Tipps von den Follower meiner Facebookseite https://www.facebook.com/angelninostfriesland/ . Dafür bin ich sehr dankbar.

Mit neuer Motivation ging es dann gestern Morgen ans Wasser. Es hatte wieder einmal gefroren in der Nacht. Ich traf mich um 9 Uhr mit Lennart am Knockster Tief. Obwohl die Temperatur noch bei 0 ° C lag waren wir verwundert über die Eisschicht auf dem Kanal. Wir hatten trotz der leichten Nachtfröste noch nicht mit Eis auf dem Wasser gerechnet.

Eis Knockster Tief
Das erste Eis des nach dem Sommer

Obwohl die Eisschicht nur wenige Millimeter dick war konnten wir das Angeln hier vergessen. Ich ließ mein Auto auf einem naheliegenden Parkplatz stehen und wir fuhren mit Lennarts Auto zum nächsten Spot (Spart Kraftstoff und schont dazu noch die Umwelt). Unterwegs sammelten wir noch Torben Madinger ein. Der nächste zu befischende Abschnitt der Knockster Tiefes war wesentlich breiter und auf freier Fläche. Hier war alles eisfrei und das Fischen konnte endlich beginnen.

Lennu und Torben
An breiten Gewässer ist meist kaum Eis zu finden

Die Temperatur lag trotz aufgehender Sonne immer noch um den Gefrierpunkt. An vorsichtigen Bissen mangelte es jedoch nicht – nur kein Fisch wollte zunächst hängen bleiben. Ich montierte daher einen Stinger (ein kleiner Drillingshaken) an meinen Gummifisch im Rotaugendekor. Es sollte keine halbe Stunde dauern und der erste Fisch des Tages hing. Der kleine Zander war knapp unterhalb des Mauls am Stinger gehakt. Schnell entließ ich den empfindlichen untermaßigen Fisch wieder in sein Element.

Mini Zander
Die Zander bissen sehr spitz.

Wenig später hing wieder etwas kleines am Jighaken. Diesmal war es ein kleiner Hecht, welcher den Gummifisch voll genommen hatte. Auch der Bursche durfte natürlich wieder schwimmen.

IMG-20181124-WA0109
Hecht von ca 30 cm

Leider mussten wir feststellen, dass viele Schnüre von abgerissenen Ködern im Kanal trieben. Meist hingen die abgerissenen Köder fest in den Büschen am gegenüberliegen Ufer. Häufig verfingen sich unserer Gummis in den Schnüren, so dass wie selber damit Abrisse provozierten. Ein paar Fremdschnüre konnten wir jedoch einholen und entsorgten diese daraufhin. An einer Schnur hing noch ein weiß-gelblicher Gummifisch, welcher mir im späteren Verlauf des Tages noch zu einem Fisch verhelfen sollte.

Gefundene Schnur und Köder
Herrenlose Schnüre aus dem Kanal. Der Müll wird entsorgt

Gegen Mittag fuhren wir zu unserem Kumpel Valle, welcher direkt am Knockster Tief wohnt. Zwar schützten uns unsere Thermoanzüge sehr gut gegen den eisigen Wind, doch die Finger wurden langsam steif. Daher begrüßte uns Valle direkt mit einem heißen Kaffee. Nachdem wir uns reichlich aufgewärmt hatten ging es wieder ans Wasser. Valle begleitete uns für eine kurze Zeit und konnte schon mit dem ersten Wurf einen Fisch zum Biss überreden. Der schöne Zander von 48 cm biss auf einen 12 cm langen Lieblingsköder.

Valle Zander 48
Valle mit dem ersten maßigen Zander / 48 cm

Danach gab es für eine Stunde keinen Fischkontakt mehr. Unser Angelkollege Keno gesellte sich nun zu uns und warf munter mit. Da ich noch gerne weitere Fische erbeuten wollte, probierte ich munter diverse Köder durch. Ich entsann mich auf den gelb-weißen Gummifisch, welchen Torben am Vormittag aus dem Kanal gezogen hatte. Schon im zweiten Wurf fand ich einen Abnehmer. Es war ein Hecht von 40 cm. Der wirklich kleine und schmale Hecht hatte nur um 5 cm das Mindestmaß verfehlt. Dies brachte mich ein wenig ins Grübeln ob es nicht sogar sinnvoller wäre das Mindestmaß weiter hochzuschrauben. (Da ist ja kaum was dran!).

Hecht 39
Hecht auf hellem Gummi / ca 40 cm

Ein weiterer Besucher kam von der Kanalseite her angepaddelt. Es war Kai mit seinem „Kanadier“. Kai war kaum bei uns angekommen, da saß Lennart auch schon mit drin und beide paddelten ein Stück den Kanal aufwärts. Nach 30 Minuten kamen beide wieder – mit einem 63 cm Zander an Bord. Sofort liehen ich und Keno uns ein Schlauchboot und fuhren den Jungs zum Spot hinterher.

Als wir gerade das Boot verankerten knallte es zum zweiten Mal ins Kais Angelrute. Wieder ein Zander. Diesmal mit knapp 60 cm etwas kleiner als sein Vorgänger. Beide bissen auf einen weißen schlanken Gummifisch. Lennart verlor leider einen Zander in ähnlicher Größe unmittelbar vorm Kescher. Als das Boot sicher verankert war warfen auch wir wieder die Gummis ins Wasser. Prompt erhielten wir kleinere Bisse. Nach 20 Minuten krümmte sich die Rute meines Bootsbegleiters Keno. Nach erfolgreicher Kescherung freute sich Keno riesig. Der tolle Fisch war mit 58 cm klar über Mindestmaß und sollte den Mittagstisch von Keno bereichern. Dies sei ihm gegönnt, da er dieses Jahr noch keinen Zander mitnehmen konnte.

Zander 58 cm
58er Zander vom Boot. Fänger war Keno

Ich erhielt weiter zaghafte Bisse. Ich wechselte nun auf einen braunen kegelförmigen Gummifisch mit kleinen Borsten. Ein Wurf nahe des Ufers entlang brachte mir dann den heißersehnten Fischkontakt. Was sich zunächst nach einem gehakten Ast anfühlte ging plötzlich vor dem Boot ab wie Schmitz Katze (Insider). Die Bremse kreischte laut auf bei den starken Fluchten des Fisches. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit kam der Kämpfer an die Oberfläche und zeigte sein Gesicht. Es war ein stattlicher Hecht. Nachdem Keno den Esox sicher keschern konnte fiel mir ein Stein vom Herzen. Der Hecht maß 69 cm und war damit der erste maßige Räuber seit Wochen (Barsche nicht eingerechnet).

Hecht 69 cm
69er Hecht vor der Schilfkante. Fänger war Gü

Da es nun schon fast dämmerte beendeten wir den Ausflug. Der Hecht blieb der letzte Fisch des Tages in meinem Beisein. Es war ein wundervoller Tag. Wir haben viel gelacht und jeder konnte einen schönen Fisch landen. Ich konnte insgesamt drei Hechte und einen Zander landen. Das war ein Angeltag, den ich dringend gebraucht hab.

Euch Allen sei geraten in dieser Zeit nochmal ans Wasser zu gehen. Die Chancen stehen derzeit gut Zander und Co. ans Band zu bekommen. Euch allen stramme Schnüre und Petri Heil!

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