Angeln am Rorichumer Tief im Frühherbst – Angeln im September 2018

Der Karpfenversuch

Wolle und ich entschieden uns vergangene Woche für einen Nachtansitz am Rorichumer Tief. Das Wetter war seid einigen Tagen konstant – heiter bis wolkig um die 17° C. Ein leichter frischer Wind brauste über den Kanal und die Felder, daher stellten wir sogleich unsere Brollies auf. Nun ging es daran die Ruten auszubringen. Wir brachten ein paar Karpfenruten, welche wir mit Boilies oder Maisketten bestückten, aus. Dies taten wir mit Hilfe eines kleinen Bootes um die Montagen an Stellen abzulegen, welche vom Land aus nicht erreichbar waren.

Während Wolle den Kanal befuhr, versuchte ich uns Köderfische zu besorgen. Ich fütterte ein wenig Feedermix, sowie ein paar Maden an einem Seerosenfeld an. Nach einigen Minuten hatte ich bereits einige Rotfedern und Plötzen an Land gebracht. Prompt legte ich an der vorgefütterten Stelle eine Köfimontage an einer Pose ab. Nachdem auch noch eine Wurmrute ausgelegt wurde machten wir es uns in unseren Campingstühlen bequem. Wir öffneten uns ein Radler und genossen die Ruhe. Bei einem Kontrollblick über die Montagen bemerkte ich, dass sich die Köderfischpose in Bewegung gesetzt hatte. Ich wartete noch kurz ab bevor ich dann Anhieb setzte. Ein recht kleiner Hecht wollte sich wohl kurz nach Beginn der Dämmerung noch einen Snack gönnen.

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Dieser Schniepel biss auf ein kleines Rotauge

Langsam machte sich der Hunger breit und Wolle bereitete unser Mahl zu. Mit Hilfe eines Gaskochers und zwei Pfännchen briet er zunächst Speckwürfel an und vermengte diese mit Käse. Diesen Brei gab er auf ein bereits belegtes Weißbrot und briet diese ebenfalls in der Pfanne an. Fertig war das leckerste Sandwich der Welt!

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Zwei Blässhühner in der Dämmerung

Mit beginnender Dunkelheit legte sich Stille über das Gewässer. Sogar der Wind ließ nach. Dennoch zogen wir uns etwas wärmer an, da die nun fehlende Sonne die Wärme mit über den Horizont nahm. Wir hielten uns mit munteren Gesprächen und ein paar Serien, welche wir uns über unsere Smartphones ansahen, bei Laune. Erst um 2:00 Uhr morgens wurde es hektisch. Ein Pieper löste aus und bescherrte uns den ersten Run der Nacht. Wolle setzte den Anhieb, doch der erste Fisch schlitze relativ schnell aus. Nur wenige Minuten später ertönte ein weiteres Signal – diesmal an einer anderen Rute. Nach meinem Anhieb spürte ich nur maßiven Widerstand. Der Hakenköder saß wohl in einem Hindernis unter Wasser fest, Wolle setzte sich ins Boot und befreite den Haken. Ein Fisch war leider nicht dran. Danach tat sich nichts mehr an den Ködern.

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Wird das Aalglöckchen noch klingeln?

Als wir am nächsten Morgen einpackten erwarete uns noch eine kleine Überaschung. Beim Einholen der letzten Rute bemerkte ich plötzlich einen kleinen Widerstand. Ich vermutete zunächst einen Ast unterwegs eingesammelt zu haben, doch am anderen Ende bewegte sich eindeutig etwas. Zu unserer Verblüffung lag ein Hecht im Kescher, welcher den weißen Boilie wohl für potentielle Beute gehalten hatte. Der Hecht war mit 53 cm sogar knapp maßig.

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Dieser Hecht schnappte sich einen weißen Boilie beim Einholen der Rute

Der Allround-Ansitz

Mit Wossi im Schlepptau ging es ein paar Tage später wieder an das Rorichumer Tief. Diesmal an eine andere Stelle des Kanal. Wossi benötigte Köderfische und ich wollte mal schauen, welche Fischarten in welcher Zahl hier anzutreffen waren. Zunächst schnappte ich mir meine Spinnrute, montierte einen 2er Mepps Spinner und fischte los. Schon der erste Wurf brachte einen kleinen Barsch, der Zweite einen Weiteren. Der vierte Wurf brachte bereits einen Mini-Hecht. Das lief ja schon mal gut mit. Nach einem weiteren kleinen Hecht legte ich die Rute beseite, da sich im Umkreis kein weiterer Abnehmer fand.

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Der Hechtnachwuchs fühlt sich wohl im Rorichumer Tief

Leider wollten sich auch keine Köfis blicken lassen. Wir fütterten ein paar Stellen an, doch die Fische hielten sich wohl woanders auf. Nach einer halben Stunde zeigte Wossis Pose endlich einen Biss an. Dem Widerstand nach zu urteilen war dies aber kein Köfi. Im Kescher landete ein schöner Brassen von 40 cm. Dies war für den kürzlich zugezogenen Wossi der erster Brassen überhaupt, denn in seiner Heimat Bayern kommt diese Art eher selten vor. Eine weitere Premiere erlebte er als er nur etwas später seine erste Rotfeder fangen konnte.

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Wossis erste Brasse, 40 cm

Ich brachte nun auch zwei Ruten aus. Eine Wurmrute, welche ich direkt vor meinen Füßen ablegte und eine Feederrute, welche ich am gegenüberliegenden Ufer platzierte. Zu meiner Verwunderung bekam ich direkt Bisse auf die Maden, welche ich an der Futterkorbmontage anbot. Zunächst bissen kleine Rotaugen, danach die etwas Größeren. Nach einiger Zeit gesellten sich auch Güstern und kleine Brassen zu meinen Fängen.

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Eine Güster an der Futterkorbmontage

Auch die Wurmrute blieb nicht lange still. Die leichte Pose tauchte ab und ein kleiner brauner Fisch kam zum Vorschein. Es war ein Kaulbarsch, welcher den Regenwurm inhalierte. Ich habe schon recht lange keinen Kauli mehr gefangen. Der Fisch war also eine willkommende Abwechslung. Die Kaulbarsche waren scheinbar in Beißlaune, denn ich konnte noch acht weitere Exemplare an der gleichen Stelle fangen.

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Seid langer Zeit mal wieder Kaulbarsche an der Angel.

Auch bei Wossi lief es nun rund. Die Köfis waren endlich am Platz. Neben weiteren Rotfedern konnte er überwiegend Rotaugen in verschiedenen Größen überlisten. Darunter auch eine sehr schönes Exemplar von 25 cm. Zudem ereignete sich noch Kurioses an seinem Futterplatz. Ein mittelgroßer Hecht schnappte sich seine Pose, als Wossi diese versetzte. Nach kurzem Kampf kam die durchlaufende Pose frei, allerdings war diese in zwei Teile zerbrochen und mit Bissspuren übersäht. Natürlich war der Übeltäter nicht mehr in Beißlaune als ich mit der Spinnrute anrückte.

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Wossis präsentiert ein schönes Rotauge von 25 cm.

Nun setzten uns einige Regenschauer zu, so dass wir uns unter ein paar Bäumen schutz suchten. In einer Regenpause griff ich abermals zur Spinnrute. Ich wollte vor dem Einpacken nochmal meinen Spot abfischen. Ich fand sogar noch einen Abnehmer in Form eines schönen Barsches. Dieser maß 24 cm, welcher den Spinner im Mittelwasser aufnahm. Um 18 Uhr packten wir dann endgültig ein. Ich brachte Wossi zu meinem Kumpel Wolle, da wir es nachts noch einmal auf Raubfisch versuchen wollten.

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Dieser 23er Barsch biss auf einen 2er Mepps Spinner

Auf nächtliche Räuber

Nachdem ich zu Hause noch ein paar Dinge erledigte fuhr ich abermals zu meinen Kollegen. Auf dem Weg sammelte ich noch meinen Kumpel Torben ein, welcher sich auch zu unserer Gruppe gesellen wollte. Wossi und Wolle hatten ihre Köfiruten bereits am Spot ausgebreitet als wir ankamen. Gerne machten beide Platz, damit auch wir unsere Köder ausbringen konnten.

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Hier lässt es sich prima aushalten

An Bissen mangelte es uns nicht. Leider waren die Abnehmer keine Fische, sondern lästige Wollhandkrabben. Die Köfis waren bei Kontrollen zerfleddert und die Würmer halbiert. Zwei dieser Invasoren, welche sich nicht rechtzeitig am Grund festhalten konnten, hieften wir an den Angelhaken heraus.

Als eine von Wossis Posen sich in Bewegung setzte, dachte wir alle an einen weiteren Krebs. Doch nach dem Anhieb war klar, dass es etwas Größeres war. Voller Vorfreude drillte Wossi den Räuber ans Ufer (Er hoffte weiterhin auf seinen ersten Zander). Das Zanderglück blieb im aber weiter vergönnt, da sich der Fisch als ordentlicher Hecht entpuppte. Da wir unsere Montagen alle recht eng beieinander abgelegt hatten war es kein Wunder, dass Meister Esox einige davon mit in den Kescher brachte. Dieses Knäuel aus Schnur war nicht mehr zu entwirren, so dass diese gekappt und neu gebunden werden mussten. Der Hecht, welcher einen spannenden Drill lieferte, maß knappe 75 cm und biss auf die hintere Hälfte eines Rotauges.

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Ein toller Hecht von 75 cm konnte Wossis Köfi nicht widerstehen

Danach waren es wieder die Krabben, welche sich an den Ködern vergingen. Wir packten alle um 00:00 Uhr ein, da jeder noch Termine am nächsten Tag hatte.

 

Hier noch einmal alle Bilder zum vergrößern:

 

 

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