Erste Erfahrungen in der Brandung – Angeln im Februar 2017

Letzten Samstag war es soweit – mein erstes Mal Angeln in der Brandung! Warum geht der Typ denn bei der Kälte (-3° C)in der Brandung angeln? Ganz einfach – wegen der Kälte! Alle Binnengewässer waren vereist und ich hatte richtig Lust zu fischen. Ein paar Kollegen waren schnell gefunden, die sich dem Abenteuer anschließen wollten: Mirco, Kasten und Lennart.

Kasten hat früher mit seinem Opa öfter mal hinterm Deich erfolgreich auf Scholle geangelt. Obwohl er der Jüngste im Boot war hatte er doch die meiste Erfahrung in der Brandung. Sein vorgegebenes Zielgewässer war die Nordsee an der Knock bei Emden.

Um 3:30 Uhr am Morgen klingelte mein Wecker. Das Thermometer stand auf -3° C. Zwei Ruten und die Ausrüstung habe ich mir den Tag zuvor schon vorbereitet. Nun fehlte nur noch der frisch aufgesetzte Kaffee für die Thermoskanne. Das letzte Utensil für die Angelssesion war die vierzinkige Forke, welche noch in den Kofferraum wanderte.

Ködersuche

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Mirco gibt Alles – keine einfache Suche

Um 5:30 Uhr standen wir bereits im Watt und haben nach dem Köder unserer Begierde gegraben – dem Wattwurm. Das Watt war eisekalt und es war dunkel. Daher gestaltete sich die Suche sehr mühselig. Trotzdem konnten wir mit zwei Suchtrupps etwa 30 Tiere ausbuddeln.

Um 7:00 Uhr waren alle Ruten ausgeworfen. Jeder angelte mit zwei Ruten, welche wir in den Steinpackungen gut aufstellen konnten. Da ich keine Brandungruten hatte, mussten zwei Karpfenruten herhalten. Eine Rute versah ich mit einem 120 Gramm Sargblei an einem 1er Aalhaken, während ich die andere Rute mit einem Drei-Haken-System für Schollen und einem 100 Gramm Krallenblei austattete. Letzteres entpuppte sich als beste Wahl, denn das auflaufende Wasser riss alles mit, was weiter als 50 Meter ausgeworfen wurde. Diese Gewalt hatten wir gnadenlos unterschätzt. Das Krallenblei jedoch ließ sich davon kaum beirren.

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Lennart beim Auswurf

Mit aufgehender Sonne gab es ersten Fischkontakt. Meine Rute mit den Schollenhaken wurde fast aus den Steinen gerissen. In letzter Sekunde bekam ich diese zu packen und versuchte einen Anschlag zu setzen, doch das erwies sich mit dem Krallenblei unerwartet schwierig. Erst nach gewaltigen Anstrengungen klappten die Krallen zurück und ich konnte den Fisch Richtung Ufer ziehen. Leider schlitzte der Fisch aus und ich zog die bloße Monatge heraus. Die beiden Haken mit den Wattwürmer schienen unberührt, doch die Eismeergarnelen am Mittelhaken waren weg.

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Die Steinpackungen wurden gefluten – dann tuts auch der Deich zur Rutenablage

Etwa eine Stunde später rappelte es auch an Kastens Rute, doch auch hier handelte es sich um einen Fehlbiss.

Nach jedem Einholen mussten wir feststellen, dass sich diverse Mengen von Gras an unseren Angelschnüren festsetzte, welches recht knifflig zu entfernen war. Die Kälte machte uns sehr zu schaffen und wir gingen um 10 Uhr.

Der zweite Versuch

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Traumhaftes Ambiente beim Wattwurmsuchen

Am Montag hatte ich einen freien Tag und Mirco und ich versuchten ein zweites Mal unser Glück. Da die Tide gut 1,5 Stunden später einsetzte als am Samstag konnten wir ein wenig länger schlafen. Um 6:30 Uhr standen wir also wieder im Watt – oder besser gesagt auf dem Watt. Das Watt war nämlich gefroren und eine dünne Eisschicht bedeckte die gesamte Fläche.

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Auch heute war die Suche nicht einfach

Um Würmer zu finden sind wir am Samstag nach dem Kackhaufen-Luftröhren-Prinzip gegangen. Das waren die Spots an denen wir nach den Wattis erfolgreich gegraben hatten. Doch an diesem Tag waren kaum Spuren zu finden. Nur vereinezlt konnte wir Würmer lokalisieren. So landeten nur 15 Stück im Eimer. Mirco konnte sogar einen kapitalen von über 30 cm finden!

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Ein richtig fetter Wattwurm aus dem „Eis“

Zum Angeln konnten wir diese trotzdem kaum gebrauchen, denn als wir an unserer Angelstelle angekommen waren, waren die Würmer steifgefroren. So mussten wir vermehrt auf die Garnelen zurück greifen. Um 8:30 Uhr waren unsere vier Ruten wieder ausgeworfen. Ich habe mir die Krallenbleie zuvor etwas aufgebogen, damit diese einfacher ausklappen beim Einholen.

Es dauerte keine 20 Minuten und ein Ruck ging durch Mircos Rute, welche er nahe einer Buhne platziert hatte. Der Anhieb war allerdings vergebens, denn der zuvor mit Garnelen beköderte Haken blieb blank.

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Nun ging erstmal eine Weile nichts mehr und wir genossen das tolle Wetter mit warmen Getränken aus unseren Thermoskannen. Die Sonne war mittlerweile über den Deich gestiegen und wärmte unsere Rücken. Alle 20 Minuten kontrollierten wir unsere Köder und warfen neu aus. Mal boten wir diese nah an den Steinpackungen an, mal auch weit draußen.

Um 11:30 Uhr bog sich abermals eine Rute von Mirco, doch auch hier blieb kein Fisch am Haken hängen. Daraufhin beschlossen wir 200m weiter den Deich Richtung offenes Meer zu ziehen. Diese Plan ging allerdings nicht auf, denn bis zum Ende der Flut tat sich nichts. Der Boden des Meeres erschien mir wesenlich weicher, denn beim Einholen meine Krallenbleie spürte ich kaum Widerstand. Um 13:30 Uhr packten wir endgültig ein.

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Wir werden wiederkommen, wenn die Temperaturen wärmer werden.

 

 

2 Gedanken zu “Erste Erfahrungen in der Brandung – Angeln im Februar 2017

  1. Schöner Bericht – Brandungsangeln steht schon lange auf meiner (sehr langen) To-Do-Liste … ist sich aber leider noch nicht ausgegangen. Sind ja auch „nur“ fast 1000 Kilometer Anfahrt. Hoffe, es folgen noch welche – dann sicher mit Fisch.
    Petri Heil!

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